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GENERALSTREIK
Krise in Venezuela erreicht auch Nachbarland Haiti


PORT-AU-PRINCE / CARACAS, 9. Januar (dpa/afp/rtr). Ein Streik gegen die von der Regierung verfügte drastische Erhöhung der Benzinpreise hat am Dienstag die Hauptstadt Haitis lahm gelegt. Der Ausstand ist eine Folge der politischen Krise im Ölland Venezuela. Der seit Anfang Dezember währende Generalstreik gegen den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez beeinträchtigt die Ölversorgung der Karibik und hat die Weltmarktpreise in die Höhe getrieben.

Wie Rundfunksender berichteten, blieben die meisten Geschäfte, Banken und Tankstellen in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince geschlossen. In Armenvierteln hätten Demonstranten Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichtet, es sei zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Regierung von Präsident Jean-Bertrand Aristide hatte in Haiti zu Neujahr die Kraftstoffpreise ohne Ankündigung um bis zu 80 Prozent erhöht.

Die USA drohten Regierungskreisen zufolge damit, die bislang in Venezuela gekaufte Ölmenge von anderen Lieferanten zu beziehen, sollte das Land nicht bald einen Weg aus der innenpolitischen Krise finden. Tausende Venezolaner demonstrierten auch am Dienstag (Ortszeit) gegen Präsident Chávez. Sie zogen in einem "Marsch des zivilen Ungehorsams" durch die Hauptstadt Caracas zu den Finanzämtern und begannen einen Steuerstreik unter dem Motto "Keinen einzigen Bolivar mehr". Bolivar heißt die venezolanische Währung.

Auch die Bankangestellten des Landes solidarisierten sich unterdessen mit der Opposition, die den Rücktritt Chávez' fordert, und kündigten für Donnerstag den Beginn eines 48-stündigen Streiks an.

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Dokument erstellt am 08.01.2003 um 18:16:30 Uhr
Erscheinungsdatum 09.01.2003
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OXYGEN RUNNING OUT ON EARTH

RESPIRATION EMERGENCY?

Atemnot im Raumschiff Erde

Der Chef der UN-Umweltbehörde Unep, Klaus Töpfer, im FR-Interview über die Chancen für ein Jahrhundert der Umwelt


Hoffnung, dass die menschengemachten Veränderungen im Weltklima noch zu verhindern sind, hat er nicht. "Wir sind bereits im Klimawandel", sagt der Direktor des UN-Umweltprogramms (Unep), Klaus Töpfer. Er fordert ein Frühwarnsystem, um die Folgen möglichst gering halten zu können. Mit dem ehemaligen Bonner Umwelt- und Bauminister sprach FR-Redakteur Joachim Wille in Berlin.

FR: Herr Töpfer, das Raumschiff Erde taucht ins Jahr 2000 ein. Sind die Lebenserhaltungssysteme an Bord noch intakt?

Klaus Töpfer: Die Lage ist überaus kritisch. Die weiterhin massiv ansteigende Weltbevölkerung und die wirtschaftliche Dynamik, besonders in den Industriestaaten, bringt das Raumschiff Erde wirklich in Atemnot. Wir dürfen uns nicht täuschen lassen: Die Reparatur der Ozonschicht ist zwar in Gang gekommen, und in den Industriestaaten hat man die Luftschadstoffe Schwefeldioxid und Stickoxide einigermaßen im Griff. Die Erde als vernetztes Natursystem aber hat erhebliche Erschöpfungszustände.

Sie haben kürzlich den Welt-Umweltbericht "Geo 2000" vorgestellt. Der vom Menschen gemachte Klimawandel sei nicht mehr abzuwenden, sondern allenfalls noch abzumildern, hieß es da. Ziemlich pessimistisch.

Ich muss es noch einmal wiederholen: Wir sind bereits im Klimawandel. Die extremen Wettersituationen haben dramatisch zugenommen, Hurrikane, Taifune, gewaltige Niederschläge wie jetzt in Venezuela und der Orkan vom Sonntag in Frankreich und Süddeutschland. Die Wissenschaftler können zwar noch nicht 100prozentig nachweisen, dass dies Folgen des angeheizten Treibhauseffekts sind, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, und vor allem können wir so eine Ahnung davon bekommen, was uns noch blüht. "Geo 2000" zeigt deutlich, dass der Ausstoß der Treibhausgase weiter anwächst. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichen nicht einmal aus, um sie zu stabilisieren, geschweige denn wieder zu senken.

Gibt es denn überhaupt die Chance gegenzusteuern?

Ich sage ja nicht: Nach uns die Sintflut, lasst uns Titanic spielen. Wir müssen zwei Dinge tun: erstens uns über die Auswirkungen des Klimawandels frühzeitig Klarheit verschaffen und zweitens Strategien zur Anpassung entwickeln. Besonders betroffen werden Afrika, Mittelamerika und Teile Asiens sein. Die große Tragik liegt ja darin, dass diejenigen, die die Atmosphäre mit den Treibhausgasen besonders überladen, die Industriestaaten im reichen Norden, nicht diejenigen sind, die besonders unter den Folgen leiden.

Man soll Dämme bauen gegen den steigenden Meeresspiegel?

Das ist eine mögliche Maßnahme, aber nicht die wichtigste. Das kann helfen, wo man überhaupt das Geld dazu hat, in den Niederlanden zum Beispiel oder in Deutschland an der Nordsee. In Bangladesch wird das schon mehr als schwierig.

Was hilft sonst?

Hauptschwerpunkt der Vorsorge muss eine richtige Landnutzung in den jeweiligen Regionen sein. Die klimastabilisierenden Wälder sollten geschützt und, wo sinnvoll, neu aufgebaut werden. Wir müssen aktive Maßnahmen gegen Wüstenbildung einleiten, das ist wichtig, um die angrenzenden Siedlungsgebiete zu schützen. Oder denken Sie an die Art der Bebauung: Der Hurrikan Mitch in Mexiko zum Beispiel hatte nicht nur wegen seiner außerordentlichen Wucht und den extremen Niederschlägen so verheerende Auswirkungen, sondern auch, weil man viele Häuser mit schlechter Gründung an die Hänge gebaut hatte und sie deswegen einfach weggeschwemmt wurden. Wir brauchen also ein Frühwarnsystem, das uns zeigt, wo als erstes gehandelt werden muss, um wenigstens die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Betonen Sie die Vorsorge so, weil Sie sehen: Der Kampf gegen die Treibhausgase auf den internationalen Klimaschutz-Konferenzen kommt nicht voran?

So eine Jahrtausendwende verleitet ja den ein oder anderen zu düsteren Prognosen. Mir geht es aber überhaupt nicht um die Androhung des Weltuntergangs. Die Vorsorge ist einfach notwendig, weil der Klimawandel schon läuft, unabhängig von den Klimaschutzanstrengungen. Hier dürfen wir aber auch nicht locker lassen, und ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Kyoto-Protokoll - es verpflichtet die Industrieländer zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes - bald gut vorankommen. Die Oberbremser, die USA, werden ihren Widerstand vielleicht sogar schon beim nächsten Klimagipfel Ende 2000 in den Haag aufgeben.

Woher die Hoffnung?

Positive Impulse kommen ausgerechnet von einer Seite, die bisher eher als Bremse angesehen worden ist - von der Wirtschaft. Wichtige Unternehmen haben die Zeichen der Zeit begriffen und investieren selbst in Energieffizienz, alternative Energien und Ressourcen-Schonung. Ich erwarte sogar, dass die Wirtschaft in manchen Ländern schneller vorangeht als die Regierung.

Beispiele?

Denken Sie an den Chef von BP, John Brown. Er akzeptiert, dass gerade ein Ölkonzern etwas gegen den Klimawandel tun muss und lenkt stattliche Investitionen in erneuerbare Energien um. Oder denken Sie an die von Konzernen wie Daimler-Chrysler oder Ford forcierte Entwicklung der Brennstoffzelle, die den Verkehrssektor revolutionieren kann. Es gibt viele weitere Beispiele. Diese Bewegung wird sich beschleunigen, weil sie sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch als sinnvoll herausstellen wird. Ist diese Barriere erst einmal übersprungen, wird das ein Selbstläufer. Um das zu beschleunigen, brauchen wir so etwas wie eine unternehmerische Agenda 21, so wie es eine lokale Agenda 21 für die Städte und Gemeinden gibt. Darin müssen die Ziele, etwa eine Erhöhung der Ressourcenproduktivität um den Faktor vier oder zehn, stehen, aber auch soziale Standards.

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dossiers/politik_ausland/treibhaus_erde/klimawandel_normal_oder_
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